Exoten, Exoten-Haltung, Wildtiere
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Exotenliebhabern droht Haltungsverbot

Haustierhaltung bedeutet nicht nur, Hund, Katze oder Maus zu seinen tierischen Hausgenossen zu zählen. Auch exotische Tierarten, wie Nasenbären, Streifenhörnchen und Rotwangenschmuckschildkröten, erfreuen sich großer Beliebtheit und bei den meisten Besitzern auch einer artgerechten Haltung. Dennoch rollt laut dem DV-TH, dem Dachverband der Tierhalter e.V., nun ein Haltungsverbot für einige der in der EU gehaltenen Exoten auf uns zu. Der Grund: Viele Arten seien  „potenziell invasiv“, würden also den Bestand der einheimischen Tierwelt bedrohen. Was im ersten Moment wie eine vernünftige Lösung klingen mag, hinkt bei genauerem Nachdenken an mehreren Stellen.

Warum sind Haustiere potenziell invasiv?

Richtig ist: in Ostdeutschland herrscht eine kaum mehr einzudämmende Waschbärplage, die tatsächlich die dort einheimische Tierwelt bedroht. Andere Teile Deutschlands sind hiervon kaum bis gar nicht betroffen. Gleiches gilt für Papageienvögel wie Halsbandsittiche, die zumindest auf eine weitere Verbreitung blicken können. Aber rechtfertigt das ein Haltungsverbot für viele potenziell invasive Arten, wie zum Beispiel der Rotwangenschmuckschildkröte, das im Übrigen nicht nur Privathalter, sondern auch zoologische Einrichtungen betreffen würde? Wird dieses Gesetz in Kraft gesetzt, so werden wir zukünftig weder Nasenbären, noch sibirische Streifenhörnchen oder das chinesische Muntjak im Zoo sehen. Und das, obwohl alle diese Tierarten nur dann invasiv für unsere einheimische Tierwelt sind, wenn sie in Freiheit gelangen und sich hier unkontrolliert vermehren. Etwas, das bei artgerechter und sicherer Haltung der Tiere überhaupt nicht möglich ist.

Wir erinnern uns: an der herrschenden Waschbärplage sind Pelzfarmen schuld deren Tiere – auch aus unüberlegtem Aktionismus – teilweise von selbsternannten Tierschützern befreit und in der deutschen „Wildnis“ ihrem Schicksal überlassen wurden. Ebenso konnten die Papageienvögel unsere Breiten bevölkern, weil sie ausgesetzt oder durch ein unbeachtetes Fenster entwischt sind. Für diese  mangelnde Vorsicht soll nun nicht nur der Halter exotischer Tierarten büßen, sondern auch die Tiere selbst, denn…

Wohin mit den Tieren, wenn das Haltungsverbot in Kraft tritt?

Tiere aus zoologischen Einrichtungen finden – im Idealfall und je nach Tierart – ein neues Zuhause in anderen Ländern und dortigen zoologischen Einrichtungen. Ob in allen dieser Einrichtungen die gleichen, optimalen Haltungsbedingungen herrschen, wie in so manchen europäischen Zoo, sei dahingestellt. Ganz davon abgesehen, dass sich die meisten Einrichtungen nicht um häufig vorkommende und vermehrungsfreudige Tiere, wie zum Beispiel Waschbären, reißen werden. Für die Tiere bedeutet das: Euthanasie aus Platzmangel. Also schlichtweg den Tod.

Das Haltungsverbot ist zu europäisch gedacht

Werfen wir noch einmal einen Blick auf die Liste, die der DV-TH in diesem Zusammenhang veröffentlicht hat, dann fällt schnell eine Diskrepanz auf. Wie kann ein Tier, das zum Beispiel in Deutschland aufgrund der klimatischen Bedingungen keinerlei Überlebenschance in „freier Wildbahn“ hat potenziell invasiv sein? Genau hier ist der Haken, so der DV-TH. Das Gesetz berücksichtigt nicht, dass keinesfalls alle auf der Liste befindlichen Tierarten nicht in der gesamten EU potenziell invasiv sind. Auch hier findet eine Generalisierung auf Kosten der Tiere statt.

Juristische Durchsetzung fraglich

Für Privathalter, die ihren Exoten auf legalem Wege erworben haben und damit auch die entsprechenden Papiere besitzen, ist es äußerst fraglich, ob das anrollende Gesetz tatsächlich durchsetzbar ist. Erinnern wir uns jedoch an die Ereignisse nach des Inkrafttretens des Landes-Hundegesetz und den damit entstehenden Listenhunde, wird klar, dass der Gesetzgeber im Zweifelsfall Mittel und Wege finden wird, um die legal erworbenen Tiere von ihren rechtmäßigen Besitzern zu enteignen. Und diese scheinen weder für den Halter, noch für die Tiere jemals gut zu sein.

Und was ist danach?

Spinnen wir die jetzige Situation einmal weiter, überdramatisieren wir vielleicht sogar. Werden exotische Arten in Zukunft aufgrund ihrer potenziellen Faunaverfälschung verboten, was geschieht dann auf kurz oder lang mit unseren Hunden und Katzen? Es ist kein Geheimnis, dass wildernde Hunde Vogel- und Wildbestand vor allem in der Setzzeit gefährden. Katzen obliegen, wenn auch von vielen Quellen bereits widerlegt, noch immer dem Ruf, für das Sterben von Singvögeln verantwortlich zu sein. Ausgesetzte Kaninchen bedrohen das Aussehen unserer Wildkaninchen und werden so, zumindest auf dem Land, weniger Überlebensfähig, da schneller sichtbar für Beutegreifer. Wo ziehen wir also die Grenze? Oder halten wir es langfristig so, wie die Tierrechtsorganisation PETA, die sich ein Ende jeglicher Haustierhaltung wünscht?

Wissgetierig findet: Haustiere gehören – artgerecht gehalten – zu unserem Leben dazu und ein Gesetz wie dieses bedroht Mensch und Tier sowie auch den Schutz unserer Wildtiere. Denn der Mensch schützt nur das, was er kennt und zu dem er eine Bindung hat. Zoologische Einrichtungen leisten hier auch mit Exoten in vielen Fällen gute Arbeit.

Was sagt ihr zu dem Gesetz zum Verbot der Haltung von potenziell invasiven Tierarten in der EU? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

 

Titelbild: ©ariesa66 – pixabay.com

Kategorie: Exoten, Exoten-Haltung, Wildtiere

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Als freie Online-Redakteurin lebe und arbeite ich in Hamburg. Tiere waren schon immer meine Leidenschaft und mit Wissgetierig habe ich mir einen Traum erfüllt: Ein eigenes Blogazin rund um das Thema Tiere, mit Artikeln die Mehrwert bieten.

4 Kommentare

  1. Eine mögliche Antwort aus Tierschutzsicht.
    „Der Mensch schützt nur, was er kennt“ ist die gängige Ausrede zahlreicher Menschen, die Tierqual zu ihrem persönlichen Vergnügen in Kauf nehmen. Berühmte Beispiele: Taiji, SeaWorld und Kollegen. Im Delfinarium fällt dieser Satz fast täglich. Seltsam, dass für eben jene Einrichtungen mehrere tausend Delfine in Massakern getötet werden, damit die Menschen die Zirkustricks der überlebenden Exemplare bestaunen und oben zitierten Satz nennen, wenn sie gefragt werden, weshalb sie die Delfinhaltung unterstützen.
    Warum also muss der Mensch Spinne, Schlange und Nasenbär zuhause horten? Denn nein, er schützt nicht nur, was er kennt, wie Millionen Tier- und Naturschützer weltweit beweisen, die sich für jene einsetzen, die sie noch nie von Angesicht zu Angesicht sahen. Halte ich ein exotisches Wildtier zuhause, zeige ich somit, dass mir sein Schutz herzlich egal ist – schließlich setze ich mich nicht für seine Freiheit ein.
    Haustiere werden häufig als Prestigeobjekte „besessen“ (hier greift die Bezeichnung „Besitzer“ anstelle von „Halter“ – „Besitzer“ suggeriert Besitz und somit Macht über das Tier). Es ist „cool“, anderen zu erzählen: „Ich habe eine Vogelspinne/eine Python/einen Nasenbären.“ Der Mensch fühlt sich durch die Haltung exotischer Tiere besonders. Er hat etwas zu zeigen, zu sagen, zu benutzen, das andere zum Staunen/Nachfragen/anerkennend gucken bringt. Das Tier hebt den Status des „Besitzers“.
    Dem Tier zuliebe geschieht die Haltung, zumindest bei Exoten, oftmals nicht. Man nennt diese unter anderem auch „Liebhabertiere“.
    Wäre dem nicht so, gäbe es keine Züchter bzw. Vermehrer exotischer, nicht domestizierter Tiere wie Schlangen, Spinnen, Stinktiere oder auch die im Artikel genannten Nasenbären, Schildkröten etc. Es gäbe keine Exotenbörsen, auf denen die Tiere unter grauenvollen Bedingungen präsentiert und gehandelt werden. Auch gäbe es keine Wildfänge und keine Anzeigen privater Hobbyvermehrer, die ihre „Produkte“ über ebay verkaufen.
    Anders sieht es bei den Tieren aus, die bereits da sind: Die Exotenstation in München ist bis unters Dach gefüllt. Auch die Tierheime kämpfen bundesweit mit dem stetig wachsenden Zustrom exotischer Tiere – vom Tausendfüßer über Schlange und Leguan bis zum Tiger. Obwohl viele Tiere die Stationen und Tierheime füllen, finden sich in den Kleinanzeigen Vermehreranzeigen, gibt es Online-Shops für Reptilien … Scheinbar ist also nicht die Liebe zum Geschöpf der Hauptgrund für die Haltung – oder, besser gesagt, für das „Besitzen“ eines Exoten.
    Die Haltung einheimischer Wildtiere ist per Gesetz verboten – somit wird Tierqual und der Besitzanspruch an einem wild und frei lebenden Tier verhindert. Die Haltung exotischer Wildtiere ist erlaubt.
    Ein Wildtier kann in Gefangenschaft unter keinen Umständen artgerecht gehalten werden. Der Begriff ist fehl am Platz, denn, wie ein populärer Buchtitel aussagt, artgerecht ist nur die Freiheit. Die Heimtierhaltung ist immer mit Einschränkungen verhaftet. Daher verwendet der Heimtierhalter den Begriff „artgemäß“ – eine Haltung gemäß der Tierart, denn artgerecht (also ohne Einschränkungen im materiellen, psychischen und physischen Sinne) ist nicht möglich.
    Zu invasiven Arten: Schildkröten werden als Jungtiere im Zoogeschäft zu Spottpreisen gehandelt. Werden sie größer, setzen viele Halter sie aus. Sie besetzen unsere Tümpel und Teiche und verdrängen einheimische Arten.
    Die Exemplare, die gefangen werden, landen im Tierheim, wo sie oft zu Hunderten sitzen und niemals ein neues Zuhause finden. Denn: Die Haltung der Tiere überfordert den Menschen oft. Klein und niedlich und bequem sollen sie sein.
    Exoten haben hohe Ansprüche an die Halter, denen sie nur selten gerecht werden bzw. gar nicht gerecht werden können. In der Natur frisst keine Schlange eine Farbmaus.
    Wie kann der Popularität exotischer Tiere als Heimtierbesitz entgegengewirkt werden? Den Menschen fehlt es an Einsicht. Somit müssen Alternativen her.
    Aus Tierschutzsicht ist ein Verbot der Exotenhaltung – ob aufgrund der bioinvasiven Gefahr oder anderem – zu Begrüßen. Der Missbrauch ist allgegenwärtig, die Tierheime werden stetig voller und die Tiere leiden.
    Die Frage: „Wohin mit den vorhandenen Tieren“ wirft auch die Kastrations- und Registrierungspflicht von Katzen auf Bundesebene zurück: Die Durchsetzung einer entsprechenden Gesetzgebung würde kurzfristig Tierheime und Auffangstationen füllen. Ein zu kurz gedachtes Argument, da bedingt durch die Gesetzeslage weniger Tiere „nachkommen“ würden. Vorausgesetzt, Halter würden entsprechend überprüft.
    Ein rundum gesundes Wildtier hat in der Heimtierhaltung nichts zu suchen.

    • Hallo, liebes Mäuseasyl!

      Erst einmal natürlich vielen lieben Dank für diesen kritischen und differenzierten Kommentar. Die Anregung das Wort „artgemäß“ statt „artgerecht“ zu verwenden finde ich sehr gut und werde dies auch zeitnah in den Artikel übernehmen.

      Dass man in Exotenhaltung in Privathand geteilter Meinung sein kann, ist natürlich klar. Das Problem bei einem Gesetz wie diesen ist es aber, dass es eben nicht nur Privathalter, sondern auch zoologische Einrichtungen trifft. Und ich persönlich finde es falsch , alle Exotenhalter über einen Kamm zu scheren. Zum einen, weil es durchaus die verantwortungsvollen Halter gibt, die Vogelspinne und co. artgemäß halten, zum anderen, weil es hier ganz klar auch auf die Tierart ankommt. Ein Beispiel: aus biologischer Sicht ist es einfacher, den Bedürfnissen eines Löwens in Gefangenschaft gerechter zu werden, als dem eines Hasens (nicht Kaninchens). Ein Grund, wieso es selbst in zoologischen Einrichtungen kaum Hasen gibt. Ob es daher möglich ist, die Haltung von Nasenbären mit den von Orcas zu vergleichen, bleibt meiner Meinung nach zu bezweifeln. Ein generalisieren ist hier schlichtweg nicht möglich.

      Das Problem, dass manche Halter Tiere als Prestigeobjekte besitzen, trifft leider nicht nur auf Exoten zu, sondern auch auf „übliche“ Heimtiere. Die Sportlerin mit dem Pferd, das nur in der Box leben darf, um sich vor dem wichtigen Turnier nicht zu verletzen. Der Punk, der eine Ratte den ganzen Tag auf der Schulter herum trägt, weil sie ein passendes „Accessoire“ für seinen Lebensstil ist. Der „Handtaschenhund“. All diese Tiere leben deutlich präsenter in der Öffentlichkeit als viele Exoten und dennoch wird ihre Haltung in Deutschland nicht stärker reglementiert. Ist hier also nicht der Gesetzgeber an einer ganz anderen Stelle und viel spezieller gefragt? Ich denke, eine Reglementierung und stärkere Kontrolle von Haustierhaltung generell – ob exotisch oder nicht – ist hier deutlich sinnvoller, als Exotenhaltung im Allgemeinen zu illegalisieren. Ganz davon abgesehen, dass „Tierschutz“ im Sinne des „Heimtierschutzes“ bei dem oben genannten Gesetz ja schlichtweg nicht der tragende Grund ist, sondern die Gefährdung der heimischen Fauna.

      Für die meisten Exoten sind Wildfänge schon lange illegal – dass sie geschehen ändert dies leider nicht. Ein generelles Haltungsverbot von Exoten ändert daran (leider) auch nichts, wirft aber, wie erwähnt, andere Probleme auf. Besser aus meiner Sicht: Eine Haltungserlaubnis, die inklusive Sachkundenachweis vor der Anschaffung eines Tieres abgelegt werden muss – wie zum Beispiel bei gefährlichen Haustieren oder bei Hunden in manchen Bundesländern inzwischen üblich. Ich bin sicher, auch vermeidlich unkomplizierte Tiere (Betonung liegt auf vermeidlich) wie Mäuse würden davon profitieren – sicher befreit gerade ihr sehr häufig Tiere aus bunten, viel zu kleinen Plastikkäfigen bei unerfahrenen und uninformierten Haltern. Das ist dann auch die Antwort auf die Frage, wie der Popularität (exotischer) Heimtiere entgegen gewirkt werden kann. Ist Einsatz, Lernbereitschaft und Zeit vor der Überlegung gefragt, so trennt sich sehr schnell die Spreu vom Weizen.

      Zur Entlastung des Tierschutzes wäre es hier allerdings wichtig, besagte Tests für eine gewisse Übergangszeit kostenfrei anzubieten. Gerade die Einführung des Hundeführerscheins hat gezeigt, dass so mancher Halter mit den vergleichsweise hohen Kosten – die recht plötzlich kommen – teilweise überfordert ist.

    • @Mäuseasyl e.V.

      „Die Haltung einheimischer Wildtiere ist per Gesetz verboten“

      Das ist nur insofern richtig, wenn man „Wildtier“ als aus der Natur entnommen definiert. Die Haltung von Nachzuchten ist auch bei einheimischen Arten wie Ringelnattern, Kreuzottern, Europäischen Sumpfschildkröten, Feuersalamandern usw. (unter bestimmten Auflagen) erlaubt. Dies ist auch gut so, weil ich in meinem persönlichen Umfeld gleich mehrere engagierte Halter kenne, die sich in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden um eine Wiederansiedlung einiger dieser Arten kümmern. Bei der ganzen Debatte über die sog. „Exotenhaltung“ kommt mir der Unterschied zwischen Zuchttieren und Wildtieren immer viel zu kurz. Zuchttiere stellen andere Anforderungen an eine Haltung in menschlicher Obhut als echte Wildtiere. Darüber hinaus lassen sich selbst die sich in Domestikation befindenden „Haustiere“ nicht von diesen Zuchttieren abgrenzen. Unterschiedliche Verhaltensweisen (wie z.B. das Akzeptieren des Menschen als Ersatzartgenossen) liegen in der evolutionären Entwicklung der jeweiligen Tierklasse begründet, weniger jedoch im Grad ihrer Domestikation. Denn solange man bei unseren Haustieren diverse Eigenschaften von Wildtieren entdecken kann, ist ihre Domestikation nicht vollständig abgeschlossen – ebenso wie bei den Heimtieren, deren Haltung Sie kritisieren. Alle Argumente gegen die „Exotenhaltung“ lassen sich ebenso auf die Haltung von „domestizierten“ Tieren übertragen. Die Haltung dieser Tiere ist auch niemals „artgerecht“, sondern allenfalls „artgemäß“. Auch Hunde und Katzen stellen hohe Ansprüche an ihre Halter. Auch diese Tiere findet man zu Massen in Tierheimen. Legt man die Argumentation der „Tierschutzfraktion“ (wohl eher Tierrechtsfraktion) zugrunde, muss schnellstmöglich jede Art von Tierhaltung verboten werden. Das kann nicht zielführend sein und würde die Naturentfremdung weiter beschleunigen.

      Mal eine etwas weniger radikale Tierschutzsicht:
      Ich selbst engagiere mich ebenfalls im Tierschutz und nehme immer wieder mal „Exoten“ auf, die von ihren Haltern nicht mehr gewollt werden und gebe ihnen ihr Gnadenbrot. Daher kenn ich auch die Abgründe, die es in der „Exotenhaltung“ (wie bei jeder anderen Heimtierhaltung) gibt. Haltungsverbote sind jedoch nicht die Lösung. Diese haben zur Folge, dass diese Tiere nur noch von Tierheimen und Auffangstationen aufgenommen werden dürfen, wo sie häufig kaum „artgemäß“ untergebracht werden können. Engagierte Privatpersonen können dann nicht mehr helfen (außer natürlich in Form von Spenden, dem erklärten Primärziel einiger „Tierhortungseinrichtungen e.V.“). Auch eine Vermittlung der Tiere in gute Hände wird durch solche Regelungen unterbunden. Das hier thematisierte Verbot invasiver Arten tritt heute in Kraft und wird nun die Kapazitäten vieler Tierheime endgültig sprengen. Der Tierschutz bleibt dabei auf der Strecke.

      Meine Erfahrung zeigt mir, dass sich sog. „Exoten“ ebenfalls gemäß der Anforderungen des Tierschutzgesetzes halten lassen. Wichtig ist dabei (wie bei jeder anderen Tierhaltung auch) die vorhandene Tierhaltersachkunde. Diese in Form eines verpflichtenden Nachweises einzufordern, würde schon eine Menge Tierleid verhindern.

      • Hallo Marco,

        vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Du sprichst mir mit deinen Worten genau aus der Seele. Vor allem die Differenzierung zwischen „Wildfang“ und „Zuchttier“ kommt mir in dieser Diskussion oft viel zu kurz.

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