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Lama: Haltung und Pflege

Lama im Profil

30Die Feinheit ihrer langfaserigen und fettfreien Wolle hat den Lamas Freunde gebracht. Immer mehr Menschen entdecken die anspruchsarmen Neuweltkamele als Haus- und Nutztiere für sich. Obwohl Lamas aufgrund ihrer Herkunft recht genügsam sind was Futter und Unterbringung betrifft, bedarf es natürlich auch bei diesen Tieren einer artgerechten Haltung, um die Tiere lange glücklich und gesund zu halten. Nur so können Lamas ihre Lebenserwartung von 15 – 20 Jahren problemlos erreichen. Wissgetierig gibt ihnen einen ersten Einblick in die Lama-Haltung und Pflege.

Lamas brauchen frische Luft und Platz

In ihrer Heimat, den Anden, sind Lamas auch als Nutztiere bei Wind und Wetter draußen. Es ist also nicht nur möglich, sondern kommt dem natürlichen Verhalten der Tiere sogar entgegen, wenn Lamas ganzjährig im Freien gehalten werden. Dazu brauchen die Neuweltkamele jedoch natürlich genügend Platz. Für zwei Tiere (Lamas sind Herdentiere und dürfen daher keinesfalls alleine gehalten werden) bedeutet das eine Weide von mindestens 1.000 qm, bei jedem weiteren Tier rechnet man etwa 100 qm hinzu. Obwohl Lamas die Fähigkeit besitzen, Wind und Wetter zu trotzen, benötigen sie auf ihren Weiden einen wetterfesten Unterstand. Dieser sollte groß genug sein, dass sich alle Tiere darunter stellen oder hinein legen können, ohne einander zu berühren. Ideal ist ein rutschfester Untergrund, um Verletzungen der Lamas zu vermeiden. Die Umzäunung der Weide oder Koppel für Lamas kann aus Knotenleinen, Holz oder Stromlitzen bestehen. Bei einer Höhe von 1,60 Metern ist sichergestellt, dass die Tiere auf keinen Fall drüber springen, wichtig ist aber auch, dass dafür sorgegetragen wird, dass kein Lama oder Alpaka unter einer Umzäunung hindurchkriechen kann.

Wusstest du schon?
Neben der Weide reicht eine Fütterung mit Heu und Stroh vollkommen aus, um Lamas zu ernähren. Lediglich bei anstrengenden Treckingtouren, sowie wenn Ihr Lama tragend oder säugend ist, sollten Pellets zugefüttert werden. Sinnvoll ist dann auch ein Salzleckstein.

Haltung im Stall schützt die Wolle

Werden Lamas zur Wollgewinnung gehalten, ist es von Vorteil, die Tiere bei schlechtem Wetter in geschlossenen Stallungen zu halten, um die Qualität der Wolle nicht zu gefährden. Auch die Sohlen der Tiere profitieren davon, nicht allzu viel auf matschigem und nassem Untergrund zu stehen.

Bei Regenwetter schützt Stallhaltung die Lamawolle. |Foto: ©vetsonline - pixabay.com

Bei Regenwetter schützt Stallhaltung die Lamawolle. |Foto: ©vetsonline – pixabay.com

Bei Wollgewinnung, aber auch, um den Tieren ein angenehmes Leben zu ermöglichen, sollten Lamas in der Regel einmal im Jahr geschoren werden. Ältere Tiere und tragende oder säugende Stuten haben meist ein weniger dickes und fülliges Haarkleid. Hier reicht eine Schur etwa alle zwei Jahre vollkommen aus.

Wichtig!
Die Sohlen von Lamas sollten regelmäßig gepflegt und beschnitten werden

Zucht von Lamas

Für die Zucht von Lamas schließt du dich am besten einem guten Verein an, der dich bei allen Fragen rund um Genetik, Krankheiten und Vermehrung unterstützen kann. Dieser kann dich auch über die verschiedenen Rassen von Lamas informieren und dir dabei helfen, die für dich passende zu finden.

Eine Lamastute, die übrigens bis ins hohe Alter fruchtbar sein kann, trägt ihr Fohlen in der Regel 350 Tage – Abweichungen von dieser Zahl von 20-30 Tagen nach vorne oder hinten sind allerdings ebenfalls bekannt. Natürlicherweise bringt ein Lama ein Fohlen auf die Welt, Mehrlingsgeburten, wie zum Beispiel Zwillinge, kommen eher selten vor. Die Fohlen wiegen bei ihrer Geburt zwischen 15 und 20 kg.

Lamafohlen wiegen bei der Geburt 15 - 20 Kilogramm. | Foto: ideasam - pixabay.com

Lamafohlen wiegen bei der Geburt 15 – 20 Kilogramm. | Foto: ideasam – pixabay.com

Die Stuten schaffen es in der Regel noch heute, ihre Fohlen ohne menschliche Hilfe auf die Welt zu bringen – etwas, das zum Beispiel bei Pferden aufgrund der starken Überzüchtung leider nicht mehr selbstverständlich ist. Problematischer ist da die Haltung von Deckhengsten. Mit anderen, potenten Hengsten können diese nicht vergesellschaftet werden und auch eine Haltung mit Wallachen kann problematisch sein. Einige Züchter separieren daher ihre Hengste, halten sie aber dennoch nah zu anderen Lamas, damit diese weiter die innerartliche Kommunikation ausleben können.

Interessant:
In den Anden wird der getrocknete Kot der Lamas als Brennmaterial verwendet. Vielleicht auch hierzulande eine gute Heizmöglichkeit.

Vor der Anschaffung

Wie bei jeder Anschaffung eines Tieres, sind natürlich auch bei der Haltung von Lamas vorher einige Dinge zu beachten und abzuklären. Bei der Lama-Haltung sind dies insbesondere folgende:

  • Kläre, wer die Tiere in Ihrer Abwesenheit oder bei einer Krankheit versorgt. Nicht jeder traut sich den Umgang mit so großen Tieren zu.
  • Gibt es für deinen Landkreis bestimmte Auflagen und Bestimmungen für die Haltung von Nutztieren? Sorge dafür, dass du all diese erfüllst.
  • Denke daran, bei einer Zucht von Lamas oder dem Verkaufen der Wolle ggf. ein Gewerbe anzumelden.
  • Entscheide vorab, wie viele Tiere du halten möchtest, wie du eine Vermehrung kontrollierst und suche dir einen geeigneten Züchter. Auch Tierschutzvereine und Gnadenhöfe sind für eine Hobbyhaltung eine gute Anlaufstelle.

Werfe einen Blick in die Quellen, die für diesen Artikel verwendet wurden. Möglicherweise kann dir auch hier weitergeholfen werden, wenn du Lamas halten möchtest und auf der Suche nach seriösen Züchtern bist.

Kategorie: Nutztiere, Nutztierhaltung

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Als freie Online-Redakteurin lebe und arbeite ich in Hamburg. Tiere waren schon immer meine Leidenschaft und mit Wissgetierig habe ich mir einen Traum erfüllt: Ein eigenes Blogazin rund um das Thema Tiere, mit Artikeln die Mehrwert bieten.

3 Kommentare

  1. Pingback: Lamas: Warum Top-Mananger auf sie zählen - Wissgetierig

  2. Wolfsmilan sagt

    hi,guter artikel.Aber lamas haben keine hufe! sie sind so genannte schwielensohler wie alle kamelartigen.lg

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